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Verfahrensbeistandschaft (§ 158 FamFG)

Häufig gestellte Fragen:

Welche Aufgabe hat ein Verfahrensbeistand ?

 
Ein Verfahrensbeistand hat die Aufgabe, die Interessen eines Minderjährigen im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er wird daher auch als „Anwalt des Kindes“ bezeichnet. Der Verfahrensbeistand soll kindgerecht über den Stand und den Ablauf des Verfahrens informieren sowie an der gerichtlichen Anhörung des Kindes teilnehmen. Der Verfahrensbeistand soll den subjektiven Willen des Kindes herausarbeiten und möglichst mit dem objektiven Kindeswohl in Einklang bringen.

 
Wie gestaltet sich die Arbeit des Verfahrensbeistandes ?

 
Der Verfahrensbeistand soll das Kind in seiner Persönlichkeit in seinem sozialen Umfeld kennen lernen und Vertrauen zu ihm herstellen. Daher besucht der Verfahrensbeistand das Kind in der Regel in seinem Zuhause (Eltern, Pflegeeltern, Großeltern, Wohngruppe etc.) und führt ein Gespräch mit dem Kind.
Häufig wird dem Verfahrensbeistand seitens des Gerichts die Befugnis erteilt, auch mit den Eltern und/oder anderen Bezugspersonen des Kindes (Lehrer, Erzieher z.B.) Gespräche zu führen.

Der Verfahrensbeistand arbeitet unabhängig von den übrigen Beteiligten und ist weder gegenüber dem Gericht noch gegenüber dem Jugendamt weisungsgebunden. Zwischen den beteiligten Eltern nimmt der Verfahrensbeistand eine neutrale Position ein.

 
Kann ich mich gegen die Bestellung eines Verfahrensbeistandes wehren ?

 
Nein! Die Bestellung des Verfahrensbeistandes erfolgt durch das Gericht. Diese Entscheidung ist nicht anfechtbar.

 

Was kostet die Bestellung eines Verfahrensbeistandes ?
Ein Verfahrensbeistand erhält – unabhängig von der Verfahrensdauer – eine pauschale Vergütung aus der Staatskasse (inkl. Umsatzsteuer und Aufwendungen) in Höhe von 350,- bzw. 550,- Euro pro Kind (§ 158 Abs. 7 FamFG). Sofern den Beteiligten Verfahrenskostenhilfe bewilligt worden ist, entstehen diesen also keine Kosten. Bei Elternteilen, die keine Verfahrenskostenhilfe erhalten, gehören die Kosten des Verfahrensbeistandes (wie Sachverständigenkosten) zu den Gerichtskosten, die in der Regel zwischen den Eltern geteilt werden.

 

Fachanwältin für Familienrecht Anke Diem-Labrenz

Datum: 4.07.2014